Montag, 14. Januar 2019

Weisses Bohnensüppchen (püriert) mit oder ohne Hackbällchen


Weisses Bohnensüppchen mit Hackbällchen, Chilli, Zitronenthymian und Piementon de la vera
Wie schon oft geschrieben, bin ich ein wahrer Suppenkasper! Und ich meine wirklich Suppen - keine Eintöpfe. Vielleicht ist das der Grund, warum ich weiße Bohnen in der pürierten Variante viel lieber mag als klassisch - wie wir sie in Deutschland meistens kennen: im Eintopf mit verkocht... 

Diese samtige Suppe hier, kommt mit Finesse (durch einen Schuß Sahne) und Rasse (durch den geräucherten Paprika) daher und ist für mich echtes Seelenfutter! Statt den schnellen Hackbällchen aus Bratwurst, genieße ich sie auch gerne mal mit der scharfen spanischen Chorizo. Nur kommt man da schwieriger an gute Qualitäten ran, und manchmal muss mein Suppenhunger dringendst schnell gelöst werden (ist doch immer so bei Seelenfutter - wenn, dann muss es auch schnell gehen!). Für solche Fälle greife ich dann auch schon mal gerne zur vorgekochten Dosen-Bohnenvariante! Das geht auch, versprochen ;-)
GANZ sämig bekommt man die Suppe natürlich, wenn man sie passiert, also durch ein sehr feines Sieb laufen lässt. Doch mich stört eine ganz leichte Haptik durch die Bohnenschalen nicht und verzichte gerne darauf! 

Ihr benötigt:
1 Tüte weiße Bohnen (500gr), alternativ 4 Dosen vorgekochte, weiße Bohnen,
3 TL Knobi-Kühli-Öl (alternativ 2 Knobizehen, 1/4 Chili-Schote oder 1-2 Prisen Chili-FLocken), 3-4 kleine weisse Zwiebeln, 3 gehäufte TL Mamas beste Gemüsebrühe, 1 Liter Wasser, 1/2 TL geräucherter Paprika (mild), 125 ml Sahne, 400 gr frische Bratwürstchen
Evtl. Wasser nachgießen, wenn die Suppe zu dick wird...

Als Topping:
jeweils 1 Prise geräucherter Paprika gemahlen, Ingo Hollands Zitronenthymian, ein wenig Chilli-Öl

So geht es: 
Habt ihr getrocknete, weiße Bohnen, müsst ihr diese erstmal nach Packungsanweisung einweichen und kochen.... dann kann es schon losgehen....
Bei Dosenbohnen, geht es direkt hier los:

  Formt aus den Bratwürstchen kleine Bällchen indem ihr das Brät aus dem Darm drückt und zwischen den Handflächen zu runden Kugeln formt. 
Die Zwiebeln klein schneiden, das Olivenöl in einem geeignetem Topf langsam erwärmen und die Brätkugeln in den Topf geben. Sobald eine Seite der Bratwurstbällchen gebräunt ist, die klein geschnittene Zwiebel dazugeben.  

Die Bratwurstkugeln mehrfach wenden, wenn sie rundherum gut gebräunt sind herausheben und beiseite stellen. 
Die vorgekochten Bohnen, klein geschnittenen Knoblauch und Chilli dazugeben, mit Wasser und Brühe auffüllen, langsam die Sahne dazu geben und alles sanft 20 Minuten köcheln lassen. ...
Nach der Zeit, alles gut pürieren und nochmals mit Salz und geräuchertem Paprika abschmecken. 


Zum servieren die Suppe in eine Schüssel geben und mit einem guten Öl (ich nehme gerne Chili-Öl oder ein kräftiges Olivenöl), ein wenig Salz, einer Prise geräuchertem Paprika und einer Prise Zitronenthymian toppen.

Die Suppe schmeckt auch in der vegetarischen Variante fantastisch! Einfach beim ersten Schritt die Hackbällchen weglassen und alles weitere wie gehabt....




Sonntag, 6. Januar 2019

Resteverwertung mit Reisnudeln... wenn es schnell gehen muss...

Gebratene Reisnudeln - bei uns auch schon mal ein Sonntags-Gericht

Es gibt Tage, da liebe ich es lange zu kochen, etwas neues auszuprobieren und kulinarisch ganz neue Wege einzuschlagen. Meistens passiert das Sonntags. Dann wälze ich Bücher, vornehmlich Kochbücher. Da meine Familie trotzdem immer Hunger hat, "muss" ich immer kochen. Wenn ich etwas Neues ausprobiere, kann das Stunden dauern, es beflügelt und entspannt mich! 
Wenn ich gedanklich gerade "am Blog" oder "im Buch" versunken bin, muss der Vorgang der Essenszubereitung auf ein Minimum begrenzt werden! In solchen Fällen brate ich dann gerne Reisnudeln mit Resten auf. In diesem Fall hatte ich eine Paprika und ein paar Lauchzwiebeln übrig. Die Reisnudeln habe ich immer im Vorratsschrank - die waren schnell gekocht....

Ihr benötigt: 
1 Paket Reisnudeln (ich bevorzuge Barilla Reisnudeln, die werden nicht matschig!), 
Reste aller Art (Tomaten, Paprika, Zucchini, Pilze, Kohl, Zwiebeln, Käse... es gibt kaum etwas, was nicht schmeckt!), 
Eier, Salz (ich verwende gerne Mamas bestes Gartenkräutersalz - oder auch Mamas bestes toskanisches Gewürzkräutersalz) , Pfeffer, ein wenig Olivenöl

 Das Gemüse kleinschneiden und mit den gekochten und abgeschreckten Reisnudeln mit ein wenig Olivenöl in die vorgewärmte Pfanne geben. 

Zwei gequirle Eier drüber und abschmecken mit Salz und Pfeffer! Ohne viel zu rühren ein wenig anbraten lassen und wenn es schön gebräunt ist auf einem Teller anrichten. 

Wenn ihr mögt und habt: ein wenig Parmesan drüber geben und zusehen, wie sich die Familie freut...


 Womit bewiesen ist: wir sitzen nicht immer gemeinsam am Essenstisch und pflegen Konversation! Ich füttere gerne meine Meute schon mal ab und habe dann ein paar Minuten Zeit, in Ruhe weiter zu arbeiten ;-)) 

 Problematisch ist es, wenn es so lecker war, dass die Familie nach einem weiteren Teller schreit. Dann geht das Spielchen von vorne los. Nur mit anderen Zutaten, weil die einen Reste ja schon verbraucht sind! In der zweiten Rutsche gab es Reisnudeln, Schinkenwürfel, Petersilie und Schafskäse! Das habe ich als Vorrat eh immer da:  

 Wenn das Ei drüber geschlagen ist, lege ich den Schafskäse rein, 


drehe den Herd auf Mimimum und lasse das ganze bei geschlossenem Deckel ruhen, bis der Käse geschmolzen ist. Und von dem Teller habe ich dann auch etwas gegessen, das hatte ich mir verdient...

Montag, 31. Dezember 2018

Jahresrückblick 2018


2018 - mein ganz persönlicher Jahresrückblick

Im September 2017 hat mich der Chef in mir mich auf die Auswechselbank gesetzt! Ich durfte nicht mehr mitspielen, entschied mein Gehirn und blockierte Körper, Geist und Seele. Arbeiten konnte ich nicht mehr. Mein Körper gehorchte mir nicht, mein Gehirn sendete nur noch ein piepsendes, leeres, grauweisses Sendesignal als Lebenszeichen. Die ersten Wochen verbrachte ich zu Hause, unfähig zu glauben, dass ich zu nichts mehr konnte! Verzweifelt, traurig, kraftlos. Anfang des Jahres - 3 Monate später - war ein wenig Energie zurückgekehrt. Und der Wille, wieder anzugreifen! In den folgenden Monaten habe ich habe alles getan, was mir Ärzte, Bekannte, Freunde oder Feinde zugerufen haben - ich klammerte mich an jeden Strohhalm und habe sämtliche Ratschläge befolgt, mit dem einzigen Ziel: so schnell wie möglich wieder richtig auf die Beine zu kommen! Ich bin viel spazieren gegangen, habe mich im Yoga versucht, angefangen zu singen und zu stricken, habe das schwimmen für mich entdeckt, autogenes Training, Meditation und Progressive Muskelentspannung trainiert, Mandalas ausgemalt und geübt nichts zu tun. Ich war auf Achtsamkeitsseminaren, habe Podcasts zum Thema gehört und viel gelesen. Ich habe täglich ins Grüne geguckt, meinen Engel gesucht und unterschiedliche Tagesstrukturen ausprobiert.  Vieles versucht - das Meiste wieder verworfen, haben mich in der schlimmsten Zeit zwei Verse, die jahrelang in der Küche meiner verstorbenen Lieblingstante hingen, durch das Tal getragen!

MANTRAS HABEN MICH DURCH DAS TAL GETRAGEN
Mein Gehirn - in Jahrzehnten auf Hochleistung getrimmt, war schlichtweg unfähig, NICHTS zu denken. Voller Verzweiflung bin ich gelaufen, gelaufen und gelaufen und habe dabei versucht Ruhe in den Kopf zu bekommen. Irgendwann schossen mir diese Verse in den Kopf - und ich sagte sie  immer und immer wieder - wie Mantras vor mir her. Und irgendwann gewann ich den Kampf mit meinem Gehirn, es wurde mir wieder Untertan und entspannte wenn ich meine Sprüche aufsagte.....  Ich habe meine Tante nie gefragt, warum diese Sprüche in ihrer Küche hingen. Heute glaube ich, weil ich sie irgendwann brauchte...

WENN DIR DAS LEBEN ZITRONEN SCHENKT - MACHE LIMONADE DRAUS
Im Oktober `17 ereignete uns ein Wasserschaden! Nachdem wir erst dachten, der Schaden sei absehbar, diagnostizierte ein hinzugezogener Gutachter den SuperGAU! Der komplette Boden im kompletten Laden musste raus! Mindestens 5 Wochen musste das Refugio geschlossen werden! Die Aterie - die meine kleine Familie und etliche Mitarbeiter finanziell am Leben erhält, sollte abgebunden werden! Eine absolute Horrormeldung - dank meiner Sprüche und dem gelernten "abschalten" konnte ich in der Krise (nach ersten Heulattacken) die Ruhe bewahren, wir profitierten von der umsichtigen Versicherung und der guten Beratung unseres Freundes und Vermögensberaters und ich konnte in Ruhe mit den Top-Handwerkern einen Sanierungsplan entwickeln, der Christian und mir noch ermöglichte, das erste Mal in den letzten 13 Jahren einen 3-wöchigen Urlaub zu planen! 


 So erwies sich dieser Schicksalsschlag als der beste Schlag der vergangenen Jahre und schenkte Christian und mir 3 unbeschreiblich glückliche Urlaubswochen in Frankreich mit dem Wohnmobil! Die Reise durch die Normandie auf den Spuren des D-Days ließ uns dabei noch einmal Demut spüren und der Besuch des amerikanischen Soldatenfriedhofes in Colleville-sur-mer war eines der emotionalsten Momente meines Lebens!  Wir genossen es sehr - das erste Mal seit 16 Jahren wieder als Paar und nicht als Eltern zusammen zu sein .... ein schönes, unbeschreibliches Gefühl.
In der Mitte unseres Urlaubes konnten wir dann auch endlich wieder Evi unsere Tochter in die Arme schließen - ihr 3-wöchiger Sprachurlaub in Paris endete und unsere bislang längste Trennung war  überstanden! Gemeinsam verbrachten wir die zweite Hälfte dieser Ferien in der Provence - an meinem Herzenssee Lac du Sainte Croix - und ich trage noch jetzt jeden Schwimmzug in dem türkisen Paradies in meinem Herzen!

ES GIBT NOCH VIEL ZU LERNEN
Nach dem genialen Urlaub, bin ich wie geplant eingestiegen in die rumorende Refugio-Welt..... der Plan, jeden Tag höchsten 6 Stunden zu arbeiten ging nicht auf.... ich kann nicht halb da sein, es geht nur ganz..... aber vielleicht lerne ich das noch...
Ich muss noch ganz viel lernen. Erst einmal, mich so nehmen wie ich bin. Mal voller Power, übersprudelnd, nicht Maas halten könnend - dann wieder zurückgezogen, Kräfte sammelnd, zweifelnd und sich selbst fordernd.... Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis: ich kann nicht jeden Tag gleich geben. In den vergangenen Jahren habe ich meinen Körper behandelt wie den eines Hochleistungssportlers. Ich musste im Jahr 2018 lernen, die Signale zu erkennen - zu hören wann ich müde bin,  zu spüren, wenn ich Ruhe brauche.... ich bin da auf einem gutem Weg und habe schon gelernt, mich ohne schlechtes Gewissen mal auszuruhen! Ich kann mich dann auf die Couch setzen und "Tüll und Tränen" schauen - eine völlig sinnfreie Sendung über Frauen die ihr ideales Brautkleid suchen. Ich verdrücke dabei tatsächlich ein paar Tränen vor Rührung - ganz ohne dabei meine entspannte Entspannungsposition zu verändern und nach 30 Minuten habe ich genug Energie gesammelt um wieder voll ins Leben reinzuspringen! 30 Minuten, die ich mir all' die Jahre zuvor nie genommen habe. 

2018 HAT MEINEM KÖRPER EINE STIMME GESCHENKT
Von daher war 2018 eher ein gutes Jahr für mich. Es hat mir die Begegnung mit mir selbst geschenkt. Und Zeit. Zeit die ich mir früher nie genommen habe. Ich bin noch lange nicht am Ziel und ständig stehe ich an Kreuzungen, von denen Straßen abgehen, die mit bunten, blinkenden Straßenlaternen geschmückt sind, am Wegesrand wachsen leuchtende Bonbon-Blumen und süße Grinsekatzen blinzeln mir mit ihren betörenden Augen zu während durchsichtige, leicht schimmernd-glitzernde Schmetterlinge über mich hinwegschweben und ihre Flügel singen ein Lied: "Kati, hier ist es toll, hier ist ordentlich was los, Du verpasst was, wenn Du nicht abbiegst in unsere Straße...., Kati, schlafen kannst Du morgen noch, jetzt nutze die Gunst der Stunde und tanze mit uns durch die Nacht......". Es ist wahrscheinlich wie bei einem Junkie, nur dass ich nicht nach Drogen strebe, sondern einfach total gerne etwas aktiv tue.... und das ich alles wichtig finde.... und mich selbst dann darin verliere...
Nachdem ich also 2018 gelernt habe, auf die Stimme in meinem Körper zu hören (und nicht mehr nur auf die Schmetterlinge), heißt die Devise für 2019: darauf zu achten, dass die Stimme im Körper nicht wieder leise und von den Schmetterlingen übertönt wird! Das passiert nämlich ganz schnell! Aber ich habe ja ein ganzes Jahr unterschiedlichstes Handwerkzeug ausprobiert, und die 4 für mich wichtigsten Dinge, werde ich mir als Vorsatz für das Jahr 2019 nehmen: 

MEINE 4 VORSÄTZE FÜR DAS JAHR 2019
 
1) Mit dem Hund spazieren gehen
2) Atmen
3) Achtsam sein
4) Positiv Denken

Falls ihr jetzt denkt, "das ist ja wohl einfach - buh - das zählt nicht", nehme ich Euch mal exklusiv mit in meine Gedankenwelt....




1.) Jeden Tag bewusst einmal mit dem Hund spazieren gehen!
Nicht mehr! Nur spazieren gehen, ohne Handy!!! Also: mit dem Hund und spazieren gehen und nicht das Handy benutzen, keine WhatsApp schreiben, keine todo-Liste ergänzen, kein Projekt markieren, keinen Termin blocken, nicht auf fb gucken und auch nicht schauen, ob einer dringend angerufen hat! Noch nicht einmal auf das Handy schauen, um mich zu vergewissern, dass der Ton eingeschaltet ist, FALLS mich jemand versucht zu erreichen... ich darf bei dem Spaziergang das Handy noch nicht einmal in der Hand halten! Auch für kein Foto unterwegs - für meine "good feeling" - Liste, oder für die Dokumentation über meinen geliebten Fischreiher! Noch nicht mal ein Foto für Liebling Unna! 20-30 Minuten nur für mich - den Kopf frei bekommend, zur Not meine Verse aufsagen, ins blaue oder grüne schauend und merken, wie unwichtig eigentlich alles ist.... 

2.) Atmen!
Jaaaa - atmen hört sich so einfach an! Ist es ja eigentlich auch. Aber habt ihr schon mal richtig geatmet? Macht mal die Augen zu, jetzt atmet ihr langsam, bewusst mit geschlossenem Mund aus und entspannt dabei... alles wird schlapp....ihr atmet aus, bis dass auch der Bauch ganz ausgepresst und eingezogen ist, die Schultern hängen, der Kopf fällt durch die erschlaffte Nackenmuskulatur nach vorn und ihr verharrt noch einen kurzen Moment, bevor ihr den Körper wieder mit Luft verwöhnt....die Muskeln langsam angespannt, die Nasenflügel weiten sich, ebenso wie der Brustkorb... nach wenigen Atemzügen mit geschlossenen Augen geht es mir gut - viel besser als vorher! Probiert es mal aus! Ich möchte mir jeden Tag in 2019 eine Atempause gönnen!

3.) Achtsamkeit! 
Durch meine täglichen Spaziergänge und meinen Kampf, endlich mal produktionslos zu sein, bin ich achtsam geworden. Auf einmal habe ich einen Käfer gesehen, der den beschwerlichen Weg über die lehmige Straße im Bornekamp angetreten hatte, die farbigen Blätter beim Spaziergang durch den Wald, ich habe den Wind wahrgenommen, der mir um die Nase wehte, das platschen in den Pfützen wenn ich dort durch stapfte.... Und ich habe gemerkt, wie gut es mir tut, mal bewusst, alles wahrzunehmen! Ich habe Dinge gesehen, die ich seit Jahren schon nicht mehr gesehen habe! Klar, weiß ich, wie bunte Blätter an den Bäumen ausschauen - deswegen habe ich wahrscheinlich nicht mehr hingeguckt - kannte ich schon.... dabei habe ich jetzt soviel Neues und Tolles gesehen.... ich möchte auch 2019 weiter achtsam bleiben! Es ist wie Urlaub vom Alltag wenn ich meinen Geist aussende um alles um mich herum aufzunehmen! 
 
4.) Positive Gedanken!
Was habe ich alles gelesen in diesem Jahr! Und immer wieder bin ich über die Kraft der Gedanken gestolpert! Und da ich es einfach satt hatte, schlechte Laune zu haben, habe ich beschlossen, mit gute Gedanken zu machen! Oft sehen wir das Gute nämlich gar nicht mehr! Wer kennt das nicht, das morgens der Wecker geht und man denkt: so ein Mist, gleich muss ich das und jenes erledigen, habe dieses eine Meeting/ Gespräch zu dem ich überhaupt keine Lust habe und muss außerdem noch xy erledigen.... Da hat man doch schon gar keine Lust mehr aufzustehen.... Ich überlege in solchen Situationen, was ich mir Gutes tun könne wenn alles geschafft ist. Und dann freue ich mich ganz bewußt darauf. Wenn es ganz streßig ist, denke ich an meine letzten Achtsamkeitserlebnisse! Das tolle Baumwipfelmuster, oder einfach dieser kleine süße Hundehintern der beim Spaziergang vor mir herwackelt. Dann muss ich lächeln.....und schwups, ist die schlechte Stimmung verschwunden....

DIE SCHMETTERLINGE ÜBER MIR....
Die verführerischen Schmetterlinge über mir säuseln nun: "Kati, das sind tolle Vorsätze.....  Du wirst alle Aufgaben in den Hundespaziergang legen können -  Also: aus 4 mach 1!" 
Ich bin sehr stolz auf mich! Ich liebe Produktivität!! Der Plan ist genial: während des Hundespazierganges werde ich achtsam auf meine Atmung achten und mir dabei sagen, wie toll das Leben ist! Ich komprimiere - multitaske - ist ein alter Trick von mir  - ich bin Profi darin!!  Und für den Anfang sollte ich mir das durchgehen lassen.... 

Haha, ihr seht - so einfach wie sie sich anhören sind meine Vorsätze nicht! Aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich die Stimme in meinem Körper nicht mehr überhören werde *betendindenhimmelschau

Für das neue Jahr 2019 wünsche ich Euch allen laute Stimmen in Eurem Körper, auf das wir alle gut auf uns aufpassen!
 




NACHTRAG
Auf ganz vieles was mich sonst noch bewegt hat in diesem Jahr, bin ich an dieser Stelle nicht eingegangen - ich denke, es ist eh' schon eine Menge zu lesen... Doch kann in diesem Jahresabschluß nicht meine liebe Freundin Bärbel fehlen, die im Februar, für uns alle unfassbar, plötzlich und unerwartet verstorben ist. Die Pastorin sprach bei der Trauerfeier vom Regenbogen, als Zeichen des Bundes zwischen allen Lebenden und dem Himmel. Ich fand das schön - und jedesmal, wenn ich einen Regenbogen sehe, grüße ich Bärbel und meine Lieben, die verstorben sind und fühle mich ein Stück nah...


Dienstag, 20. November 2018

Joghurt-Thymian-Kuchen auf Haferkeks-Boden nach Yotam Ottolenghi


Im Original heißt es "Cheesecake mit Honig und Thymian" - da es so überhaupt nichts zu tun hat mit den New Yorker Cheesecakes - auf dessen Spuren ich mit meiner Schwester mal in New York unterwegs war - sondern tatsächlich aus mehr Jogurt als Frischkäse besteht, habe ich mir die Freiheit herausgenommen, das Rezept einfach mal um zu benennen ;-)

Ganz verrückt war ich, als ich völlig überrascht in meiner heimischen Buchhandlung Hornung über das neueste Kochbuch meines absoluten Lieblingskochbuchautors und Küchengottes Yotam Ottolenghi gestolpert bin! SOFORT habe ich es natürlich mitgenommen. 



Und absolut ungewöhnlich, als ich mich nach dem ersten inhalieren des Buches tatsächlich an etwas Süßem probiert habe! Doch einmal gelesen, dass Yotam Ottolenghi Tymian für seinen Kuchen verwendet, war es um mich geschehen! Eines meiner Lieblingskräuter aus Ingo Hollands Krautfundus ist Zitronenthymian! SO TOLL!! Und einfach vielfach unterschätzt! Ich verwende den Zitronenthymian vom Alten Gewürzamt zu Kuchen, Desserts, Eintöpfen, Quarks, Fischsaucen, hellem Fleisch, Lamm, zum einlegen von Feta, Artischoken und Oliven, für eine Kräuterbutter.... und ab jetzt auch zu Jogurt-Kuchen ;-)

Das Original-Rezept ist geschrieben für eine 23cm - Durchschnitt-Kuchenform. Tatsächlich habe ich die in zig' Geschäften gesucht und nicht gefunden. Ich habe das Rezept also umgewandelt auf einen 26-ger Durchmesser:

Ihr benötigt für eine 26er-Durchmesser-Springform:
500 gr griechischen Jogurt
250 gr Haferkekse (Original: 200 gr)
85 gr zerlassene Butter (Original 60 gr)
1,5 EL Tyhmianblätter
500 gr Doppelrahmkäse und 250gr Magerquark (Original 400gr Doppelrahmfrischkäse)
50 gr Puderzucker (Original 40 gr)
1 TL Abrieb einer Bio-Zitrone
180 gr weiße Schokolade (Original 150 gr)
kein Honig - dafür wenig Ahornsirup (Original 60 gr Honig)

So geht es (Anleitung aus dem Kochbuch):
1. Die Springform mir Backpapier auskleiden und beiseite stellen. 
2. Ein Sieb mit einem Küchentuch auslegen und auf eine Schüssel setzen. Den Joghurt hinein geben, die Tuchzipfel zusammen drehen, das Bündel zu einer Kugel formen und so viel Flüssigkeit wie möglich aus dem Joghurt heraus pressen. Bei 500 gr Joghurt sollten am Ende etwas 340 gr fester Joghurt zurückbleiben. Bis zur weiteren Verwendung beiseite stellen. Die Flüssigkeit weg gießen. 
3. Die Kekse in einen Plastikbeutel geben und mit der Teigrolle fein zerbröseln. Mit der Butter und 1 EL Thymian vermengen, gleichmäßig in der vorbereiteten Form verteilen und sanft andrücken. In den Kühlschrank stellen.


 4. Den Frischkäse mit Joghurt, Puderzucker und Zitronenschale verrühren, bis die Masse glatt ist - das können Sie in der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät erledigen. 
5. Als Nächstes die Schokolade schmelzen, am besten in einer hitzebeständigen Schüssel über leicht siedendem Wasser, wobei der Schüßelboden das Wasser nicht berühren darf. Die Schokolade darin 2-3 Minuten umrühren, acht geben, dass kein Wasser hinein gerät, sonst stockt sie wieder. Die flüssige Schokolade gleichmäßig unter die Frischkäsecreme ziehen. 


6. Die Creme auf den Keksboden in die Form gießen, glatt streichen und mindestens 2 Stunden kalt stellen, bis sie sich verfestigt hat. 
7. Zum Servieren den Honig in einem kleinen Topf mit dem verbliebenem Thymian (1/2 EL) verflüssigen. Vom Herd nehmen und gleichmäßig über den Käsekuchen gießen. 
8. Den Kuchen aus der Form lösen, in Stücke schneiden und servieren. 


 Achtet dringend auf den Punkt 2 und presst den Joghurt gut aus! Sonst geht es Euch wie mir und statt eines Kuchens musste ich die noch flüssige Masse in Gläsern servieren! 

 

Ich habe es als Löffel-Dessert verkauft - die Gäste waren begeistert - es ist göttlich lecker!!!! 


Wenn ich es mir so recht überlege, ist das Dessert im Glas sogar Menü-tauglich! Was sag ich: MENÜ-PRÄDESTINIERT! Ich liebe nach einem guten Essen leichte, zitronige Dessert - mehr als diese absolut schokoladigen, die noch voller machen, als man im besten Fall von dem guten Essen vorher eh' schon ist. Und im Glas, sieht es als Dessert einfach schön aus - besser als ein Stück Kuchen.... ALSO: "Joghurt-Thymian-Creme auf Haferkeks-Boden im Glas" - so denke ich, werde ich es in Zukunft nennen ;-)

Dienstag, 13. November 2018

Ist das richtig oder falsch??? Zähne zeigen

Selbst bei der Überschrift zu diesem Post fallen mir nicht die richtigen Worte ein! Ich bin so hin und hergerissen!!!! Und ich habe Angst. Dabei geht es "nur" um einen Zahn! Ich öffne mir jetzt eine Flasche Wein! 


Was seht ihr zuerst auf diesem Foto? Seht ihr mich, Kati, Katja, die Mama von Evi, Freundin, "die vom Refugio",  - oder seht ihr meinen Zahn? 

Was sehen wir...genau darum geht es...

Mit 16 Jahren hatte ich einen Reitunfall und habe mir an einem kleinen Stein auf der Wiese meinen linken Schneidezahn raus geschlagen. Mitsamt Wurzel. Nicht wieder einzupflanzen, Implantat nicht möglich. Die Zahnärzte bastelten mir erst einmal ein Provisorium. Das blieb im Negerkuss-Brötchen auf dem Geburtstag meiner besten Freundin Dani Dick hängen. Da waren 16 Leute. Ich war erschrocken, die anderen belustigt. Es gibt nur wenige Situationen, die mir auch annähernd so peinlich waren wie diese. Meine Mutter hat mich vorzeitig abgeholt. Ich bin mit meinem Zahn in der Serviette am nächsten Tag zum Zahnarzt gefahren. Und eine Woche später, offenbarte mir ein Zahnarzt in Unna die Lösung meines rausnehmbaren Schneidezahns: die Mary-Land-Brücke. Ich war zahnärztlicher Protagonist, eine der ersten Patientinnen, ein Versuchskanninchen. Der Zahn - an einer Eisenplatte befestigt wurde einfach hinter die vorhandenen Nachbarzähne verklebt. Man prophezeite mir, dass diese Lösung bis zu 5 Jahren halten würde. Das ist nun 32 Jahre her. 

Der Zahn ist fest. 
Aber links und rechts ist es grau.

Ich habe einen wunderbaren Mann mit diesem Zahn kennengelernt, eine großartige Tochter, fantastische Freunde und einen tollen Laden. Und doch hat mich in den letzten Monaten auf Fotos gestört, was mir 30 Jahre lang gute Dienste geleistet hat: mein Zahn.
Nun lasse ich ihn morgen raussägen. Es gibt schönere Zähne hat man mir gesagt. Erst habe ich gelacht - mein Zahn ist schön! Ich habe alles im Ganzen gesehen - mich im Ganzen gesehen. In den letzten zwei Jahren habe ich durch die vielen Handy-Fotos die man mittlerweile macht, ganz oft Fotos von mir  gesehen. Und den Zahn. Den sah' ich irgendwie immer mehr.
 
Nun kommt er raus. Und ich fühle mich nicht ganz richtig mit dieser Entscheidung. Was tue ich eigentlich? Worüber definiere ich mich? Ich war noch nie eitel. Jetzt lasse ich mir einen Zahn raussägen, der über 30 Jahre lang treue Dienste geleistet hat? Die leckersten Speisen, die schönsten Weine sind an ihm entlang geflossen. Ich mache dass, weil ich denke, es sieht besser aus, anstatt  mich so zu nehmen wie ich bin. Irgendwie komisch. Ich predige immer etwas anderes. Ich bin nicht vollkommen, meine Zähne ab morgen vielleicht....
 
 

Donnerstag, 1. November 2018

Hühnchen in Weissweinsud mit Zitronenthymian, Urkarotten und Trauben



Man nehme für 4-6 Personen
1 kg ausgelöste Hühnchenschenkel ohne Haut, 2-3 rote Zwiebeln, 2 TL gutes Küchensalz, 1 TL Korianderkörner gemörsert, alternativ Mamas besten Zitronenpfeffer, 4 Prisen Zitronenthymian, 1 Messerspitze edelsüßen Paprika, 250 ml trockenen, aber fruchtigen Weisswein, 250 ml Gemüsebrühe, 1 kg Karotten, 1 kg Kartoffeln (ich liebe ja mehlig-kochende), 200 gr kernlose Trauben, Olivenöl zum marinieren und anbraten. Auf Wunsch Weissbrot.


So geht es:
Die Hühnchenschenkel in mundgerechte Stücke schneiden. Die Fleischteile in einer Schüssel mit den Gewürzen (Koriander, zwei Prisen Salz, Paprika und die Hälfte des Zitronenthymians) und 2 EL Olivenöl mischen und eine Weile ziehen lassen. 
Die Möhren und Kartoffeln schälen und klein schneiden. Die Zwiebeln würfeln. Die Trauben vom Strunk lösen und waschen.
Den Backofen auf 170°C vorheizen. 

Eine ofenfeste Auflaufform (Gusstopf) erhitzen und das marinierte Fleisch darin kurz anbraten. Mit dem Weisswein ablöschen und kurz ein köcheln lassen. Den Rest der Zutaten (außer die Trauben) zugeben und für 25 Minuten in den Backofen geben. Nach der Zeit alles abschmecken, gegebenenfalls mit Brühe oder Salz nachwürzen und die Trauben zufügen. Den Topf nochmals für 5 Minuten in den Ofen geben. (Gegebenenfalls Brot zum krossbacken mit in den Ofen geben.) 
Den Topf in die Tischmitte geben und mit frisch aufgebackenem Weissbrot servieren....



Sonntag, 14. Oktober 2018

Mit dem Wohni durch die Normandie 08/ 18



Sommer 2018  - im Refugio hat ein Wasserschaden gewütet. Wir müssen 5 Wochen schließen! Nach einem Nervenzusammenbruch relativierte sich der Schreck und wir beschlossen, einfach mal wieder Urlaub zu machen! 20 Tage hatten wir Zeit! 10 Tage als Paar mit Hund - und anschließende 10 Tage mit Tochter (und Hund). Es war so ziemlich das wunderbarste was uns passieren konnte! In 13 Jahren haben wir nie so abgeschaltet und waren so "für uns" wie in dieser wunderbaren Zeit! 
Also frei nach dem Motto: "Wenn Dir das Leben Zitronen schenkt, dann mache Limonade draus" - wünsche ich allen Lesern das Glück im Unglück, welches wir hatten! Irgendwie hat ja alles seinen Sinn... und vielleicht brauchte ich einfach mal einen Wasserschaden um mal ganz aussteigen zu können ;-) 
Nicht zu vergessen: der Dank geht an unsere Versicherung, die nicht nur für den Schaden aufgekommen ist, sondern unsere eigene Existenz und die unserer Mitarbeiter abgesichert hat - ohne die Versicherung wären wir wahrscheinlich einfach in Frankreich geblieben und niemals wiedergekehrt....


Tag 1 - Aachen
Nach einem anstrengenden Vormittag im Refugio kommen wir erst nachmittags um 17 Uhr los und statt wie geplant in die Normandie durchzufahren, übernachten wir lieber spontan in Aachen auf dem tollen, gepflegtem Campingplatz "Bad Aachen". Gegen 19 Uhr dort angekommen, schwingen wir uns auf die Räder und genießen einen gemütlichen Abend in der schönen Altstadt rund um den Dom. Wir finden es so toll, dass wir beschließen noch einmal für längere Zeit wiederzukommen...

Tag 2 - Dieppe
Es geht früh los - und gegen 14.30 erreichen wir unser 1. Ziel: die Hafenstadt Dieppe. Der Stellplatz "Aire de Camping-Car" befindet sich direkt an den Kreidefelsen in unmittelbarer Nähe zur Autofähre nach England.


 Mit dem Fahrrad sind wir in 5 Minuten in der Stadt. Diese ist an sich sehr schön aber voller Autos! (Meine Güte, ich habe selten eine Stadt so voller Autos gesehen! Sooo schade, hier haben die Obersten nicht aufgepasst - an den schönsten Stellen der Stadt sind keine Rastplätze sondern Parkplätze....wir werden aus diesem Grund nicht wiederkommen, die Autos beherrschen hier die Stadt...).


 Abends genießen wir die ersten (mittelmässigen) Muscheln unseres Urlaubes an der Promenade. Leider fahren auch hier ständig Autos. Mit dem Fahrrad ging es wieder zurück über die wunderbar, schöne Brücke von Gustav Eiffel. 


Ich habe hervorragend geschlafen, Christian haben die Fährgeräusche schon ein wenig gestört.
Fazit: als Zwischenziel und zur Einstimmung ist Dieppe o.k. - es gibt aber wahrscheinlich auch schönere Städte.  Wir haben hier jedoch hervorragend eingekauft: am Dom findet ihr eine ganz entzückende Boulangerie mit köstlichsten Tartes, Terrinen, Salaten und Würsten aus eigener Herstellung und auf der Fußgängerzone einen unübersehbaren Obst- und Gemüseladen mit erstklassiger Auswahl und Qualität!

 Wir machen einen Abstecher Varengeville-sur-Mer mit dem Ziel in der kleinen, angepriesenen Kirche eines der berühmten Braque Kirchenfenster zu bestaunen.


Die Kirche an sich ist wunderschön, die Lage dieses Kleinodes ist einmalig! 


Auf die Besichtigung der nahe gelegenen Gärten verzichten wir, es ist einfach zu heiß - und wir fahren weiter zu unserem Übernachtungsziel: Veules-les-Roses.


SO EIN ZAUBERHAFTES STÄDTCHEN! Ein Highlight unseres Urlaubes! Wir stehen oberhalb des kleinen Örtchens mit dem kürzesten Fluß Frankreichs, der Veules, die dem Dorf seinen Namen gibt. Auf der Kuppe der Steilküste befindet sich eine riesige, flache Rasenfläche auf der man frei und autark stehen kann. 
Mit Ausblick auf das unendliche Meer und das grandiose Küstenpanorama verlängern wir begeistert spontan noch um einen Tag und atmen Frankreich ein! 


Am Fuße der Felsen erstreckt sich ein schöner Strand der zum baden einlädt, die Fischer verkaufen ihren Tagesfang und im Schatten des Restaurants am Strand genießen wir einen Pastis! Vorher besichtigen wir dieses Kleinod von Dorf - zu Recht als eines der 100 schönsten Dörfer Frankreichs gekürt. 



Mir hat es besonders die Kirche in Ortsmitte angetan, bevor wir auf den Spuren zur Quelle der Veules das Dorf erkunden und uns "treiben lassen". Auf dem Rückweg zu unserem Stellplatz (keine 15 Minuten zu Fuß) lassen wir uns viel Zeit und genießen an unterschiedlichen Aussichtspunkten die felsige Küste.


Abends grillen wir Krebsstampen und Makrelen und zaubern dazu eine köstliche Sauce aus am Wegesrand gepflücktem Beifuss, Creme fraiche, Anchovis, Kapern und einem ordentlichen Schuß Weisswein.
Der Abend klingt mit tollem Nachbarn bei Gewitter unter gut geschützter Markise aus und wir schlafen wir kleine Kinder....

Tag 5 - Yport
Wir ziehen weiter... bei einem Großeinkauf in einem dieser großartigen, riesigen Hypermärkte füllen wir unsere Vorräte (vor allem an Wasser  und Wein) auf.  An Fécamp vorbei geht es nach Yport auf einen romantischen Campingplatz mitten in den Steilhängen der Alabasterküste. Wir bekommen ohne Vorreservierung tatsächlich den letzten Platz und sind glücklich!


 Den Rest des Tages genießen wir die Sonne, nur unterbrochen von einem Spaziergang mit dem Hund zum Strand. Die Restaurants haben aufgerüstet und man kann hier an weit über 400 Plätzen die üblichen Gerichte verzehren. Wir laben uns an den Köstlichkeiten aus dem Kühlschrank und vom eigenen Grill und fallen mit Blick auf das Meer bei Mondschein ins Bett!

Tag 6 - Bayeux
Nach 2 Stunden Fahrzeit erreichen wir über die immer wieder beeindruckende Brücke Pont Normandie die Großstadt Bayeux. Der Stellplatz (ein reiner Parkplatz am Stadtrand) ist ruhig gelegen und doch relativ zentral. (Mit 6.30 Meter Länge passen wir noch gerade in die Parkbuchten, längere Wohnis müssen quer parken und dementsprechend mehr Parzellen zahlen (4,- €/ Parkbucht/ für eine Übernachtung, tagsüber parken ist gratis).
Hinter dem Stellplatz erstreckt sich ein großer Friedhof, ein Besuch ist sehr empfehlenswert!

Wir gehen zu Fuß in die Stadt und nach der Besichtigung der imposanten Kathedrale (ca. 7 Minuten Fußweg) steuern wir die Tapisserie von Bayeux an um den wohl bekanntesten Teppich der Welt zu bestaunen! Die Wartezeit zu diesem Kunstwerk kann schnell mal länger werden als die Besichtigung selbst und wir sind froh gegen 17 Uhr relativ zügig zum Kunstwerk zu kommen. Mittels Audioguide werden wir an ca. 60 Abschnitten des über 70 Meter langen Teppichs vorbei geführt. Genau richtig Wir bekommen einen schönen Einblick in die Geschichte der Normandie und ich bin sprachlos, das so ein Kunstwerk nach über 1000 Jahren noch so erhalten ist! Toll und sehenswert.
Die 2. Etage durchlaufen wir im Stechdurchschnitt. Trotz Regen ist es schwül und zu warm, außerdem rufen Pastis und Hund...

 Ein kleiner Rundgang durch die Stadt - es ist Sonntag, die Geschäfte sind geschlossen - ein wenig enttäuscht sind wir - wahrscheinlich mit zu großen Erwartungen angereist. Bei Nieselwetter genießen wir einen gemütlichen Abend im Wohni mit gegrilltem Fisch und frischem Salat - und wir beschließen nach dem Besuch des D-Day-Museums am nächsten Morgen abzureisen Richtung Isigny-sur-Mer.

Tag 7 - Isigny-sur-mer

Nach einem wunderbaren Spaziergang über den großen Friedhof fahren wir mit dem Fahrrad zum Museum und verbringen dort 2 Stunden mit beeindruckenden und eindrucksvollen Einsichten in die Ereignisse rund um den D-Day. Ein Besuch ist hier sehr zu empfehlen.

Nach den ganzen Kriegsimpressionen, möchten wir und uns mit Schönem beschäftigen und  steuern Isigny-sur-mer an - der Heimatstadt der wohl besten Butter der Welt, das möchte man sich als Gourmet nicht entgehen lassen....
Der Stellplatz ist nett, großzügig, direkt am Flussarm gelegen. Das Städtlein ist erschrecken leer - wie ausgestorben und Atmosphäre sucht ihr hier vergeblich.
 
Das schönste in Isigny-sur-mer war unser Abendessen ;-)
Wir können diesen Stopp nicht empfehlen, ihr könnt Isigny-sur-mer getrost von Eurer Karte streichen.

Tag 8 Pont du Moc - Omaha Beach - Port-en-Bessin-Huppain

Grancamp-Maisy wird von uns als neues Ziel bestimmt, hat aber nicht den Charme, des es verspricht und wir fahren weiter zum grandiosen Aussichtspunkt Pointe du Hoc



Hier ist es ziemlich rummelig, denn man bekommt einiges zu sehen. Direkt an den Felsklippen stehen die in Stein gemeisselten Festungen der Deutschen. Wir sind erschüttert, als wir in einem der Bunker stehen und feststellen, dass die Alliierten kaum eine Chance hatten, den Abschnitt einzunehmen. Was für ein Selbstmordkommando!

Die Sicht aus einem der unzähligen Bunker der Deutschen Wehrmacht
 Noch emotionaler wird es am amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-mer am Omaha Beach


Wir schließen uns einer geführten Tour an (dringend zu empfehlen, 2 mal täglich, kostenlos). 


Ein Veteran führt uns durch die Geschichte, erzählt über zahlreiche Einzelschicksale und erklärt uns den Aufbau der grandiosen Anlage. Wir erleben die bewegende Zeremonie, bei der hunderte Besucher sich mit uns vor die Kreuze stellen und die amerikanische Nationalhymne singen - mit dem Hand auf dem Herzen und Tränen in den Augen. 





Alles ist so surreal! Der blaue Himmel über uns, das türkisfarbene Meer und 9387 weiße Kreuze vor uns. Ein Moment, der sich in unsere Herzen einmeisselt und den wir niemals wieder vergessen werden! 
 Nachdenklich gehen wir zum Wohni zurück und fahren zur Hafenstadt und geplantem Übernachtungsort: Port-en-Bessin-Huppain



Wir kommen gegen 16 Uhr auf dem modernem und sehr gepflegtem Stellplatz an (9,40€, zahlbar am Automaten, V&E gegen Entgelt möglich) und können so gerade eben von dort auf das Meer sehen. Mit den Rädern fahren wir runter zum Hafen und in die Stadt. Es ist nett. Zwar hat das Städtchen nicht den Charme eines Fischerhafens, aber wir finden ein nettes Plätzchen und genießen bei einem Gläschen Rose die Abendsonne und leckere Muscheln.

Tag 9 - Arromanches-les-Bains

Nach einer ruhigen Nacht werden wir von der Sonne geweckt. Uns ist nach Strand! Mit geübten Handgriffen haben wir alles verpackt, schnell noch Wasser ab- und aufgelassen und fahren Richtung Küste. Das erste Örtchen welches uns gefällt ist Arromanches-les-Bains - ein Badeort, touristisch voll erschlossen mit zahlreichen Cafés, Restaurants und Geschäften, ein breiter Sandstrand und eine große Uferpromenade. 


Irgendwie haben wir da Lust drauf. Der kostenlose Wohnmobilstellplatz ist nicht nur hoffnungsvoll überlaufen, sondern auch noch tierisch ungemütlich. Wir wählen den Campingplatz (20,- €, wlan, Strom, Wasser.) Ein schönes Plätzchen, gepflegte Sanitäranlagen und die Stadt ist fußläufig zu erreichen. Im überlaufenen Städtchen selbst erwischen wir zwar einen der begehrten Restaurantplätze an der Uferpromenade, werden aber mit schlechtem Wein und viel zu hohen Preisen geärgert - nun ja, wie schon oben gesagt - der Ort ist touristisch erschlossen.... Das 1. Mal im Urlaub essen wir auch nicht so lecker - wenn man in solche touristischen Orte fährt, kauft man lieber vorher vernünftig ein (ist im Ort leider nicht möglich, dort ist nur ein wirklich kleiner Lebensmittelladen, der nur das Nötigste führt) und kocht nach einem Pastis am Strand lieber selbst....

Nach unserem Abendessen laufen wir bei Ebbe auf dem Strand zurück und betrachteten erstaunt aus unmittelbarer Nähe die Überreste des künstlichen Hafens Mulberry B - der anläßlich des d-Days hier aufgebaut wurde. Wie hat man das alles bloß hier angeschleppt? 


Der Krieg ist in der Normandie allgegenwärtig! Es ist komisch, dass die Leute hier baden gehen während die Überreste des schlimmsten Krieges der Geschichte noch im Wasser liegen. Ich könnte hier nicht wirklich unbeschwert Urlaub machen, vielleicht ist es anders, wenn man damit aufwächst?  

Tag 10 - Giverny
Bereits am Vorabend hatten wir beschlossen, wohin uns die nächsten Tage führen: über Giverny nach Paris! Schon seit Jugendjahren wollte ich die berühmten Seerosengärten von Claude Monet besuchen! Nun ist die Gelegenheit günstig! Uns bleiben noch 2 Übernachtungen, bis wir Evi in Paris abholen. Also machen wir uns bester Laune gegen 12 Uhr auf den Weg! Mit dem besten Reiseführer durch die Normandie an der Hand überlegen wir auf der Fahrt, wo wir vor Giverny noch halten und entscheiden uns für Petit Andelys. Die kleine Stadt soll mit verwunschenen Fachwerkgassen punkten. Leider finden wir keine Stellplätze von wo aus das Städtchen am Fuße der Burg Löwenherz zu erreichen ist. Der (hervorragende!) Campingplatz L´Ille des Trois Rois punktet zwar durch seine Lage an der Loire, dem Pool und den Anlagen, ist uns aber lediglich für eine Übernachtung zu teuer (40,-€ Platz in der Nähe des Ufers). Wir fahren direkt weiter nach Giverny - hier gibt es am Fuße des Örtchens einen Busparkplatz mit einer freien Fläche für Wohnmobile. 


Der Hund und wir finden es fantastisch! Vor uns liegt eine riesige Grünfläche in einem gemütlichem Tal, wir grillen uns Krebse, Muscheln und Sardinen und genießen bei kühlem Wein den tollen Platz in der Abendsonne. Nach dem Abendessen geht es noch mal auf einen Spaziergang durch das kleine Örtchen. Die Stimmung hier ist ruhig und entspannt, fast ein wenig mystisch. Rund um die kleine Kirche ist schon seit Urzeiten ein kleiner Friedhof entstanden. Und durch Zufall finden wir hier auch das Grab des großen Claude Monets!

Bewegt und voller Vorfreude auf den morgigen Tag und schlafe nach einem letzten Gläschen Wein glückselig und ein wenig aufgeregt ein! 

Tag 10 - Giverny - Paris
Pünktlich um 8 Uhr weckt uns das Handy - man solle früh sein - so steht es im Reiseführer. Also schnell wach werden, mit dem Hund gehen, Kaffee trinken. Das Museum öffnet um 09:30 Uhr. Am Vorabend standen wir mit ca. 15 Wohnmobilen auf dem Stellplatz. Noch bevor ich mir die Zähne geputzt habe, parken die ersten 10 (!!!) Reisebusse vor uns. Um 9:15 sind es bereits 18 Busse! Wir schwingen uns in unsere Schuhe und überholen auf dem Hinweg zum Haus (ca. 5 Minuten) noch eine italienische Reisegruppe. Auch an den Japanern drängelnd wir uns geschickt zu zweit vorbei, so dass wir eine der ersten sind, die Monets Haus erreichen. 

Was für ein Erlebnis! Noch nie war ich einem Künstler in einem "Museum" näher. Man hatte wirklich das Gefühl, er hätte gerade erst sein Atelier verlassen. Zuviel Schönes, Besonderes, und Berührendes gibt es hier, als das ich es Euch erklären könnte. Ihr müsst selbst dorthin! Es lohnt sich! 

Was für ein toller Mensch der für seine Visionen lebte und dafür kämpfte. Solche Menschen braucht eine Gesellschaft um zu wachsen! Ich bin verliebt und trage diese kostbaren Momente in seinem Haus und Garten im Herzen! 



Nach dem berührendem Besuch des Hauses und der Gärten geht es weiter nach Paris! Gott sein Dank haben wir den Platz auf dem sehr begehrtem Stadtcampingplatz direkt am Ufer der Seine bereits auf der Fahrt telefonisch reserviert - ob wir sonst noch einen Platz bekommen hätte weiß ich nicht. 


Das Restaurant am Platz ist wirklich nicht gut, wir fahren noch mal mit den Rädern los und decken uns im nahen Supermarkt mit ausreichendem Angebot ordentlich ein und kochen gemütlich am Platz. Es ist unglaublich heiß und statt die Stadt zu erkunden, genießen wir die Ruhe und den Vino am Platz,


 waschen und trocknen unsere Wäsche der letzten 10 Tage, lesen und gehen unseren Gedanken nach.... und freuen uns auf Evi - die können wir am nächsten Tag endlich in die Arme schließen.....

Fortsetzung folgt:
von Paris bis Südfrankreich.... 10 Tage Provence