Freitag, 22. März 2013

Vom schönsten Job und der besten Mousse...

Eine schöne Abwechslung zu unserem Arbeitsalltag in der Woche sind unsere Wein-, Whisky- und Bierdinner. Christian sucht hierzu je nach Thema unterschiedliche Tropfen aus und stellt sie als erstes MIR vor :-) Meine Aufgabe ist es dann, ein passendes Essen dazu zu entwickeln. Ein Großteil dieser Arbeit findet abends auf der Couch bei uns statt: „Guck mal Schatz, den wollte ich fürs kommende Tasting nehmen.“ Dann bekomme ich in der Regel wunderbare Weine mit interessanten Infos vorgestellt. Wir nehmen die Weine dann geschmacklich auseinander, zerdröseln sie bis in ihre kleinsten, feinsten Nuancen, immer mit dem Ziel, ein Essen dazu zu kreieren, mit dem man den einen Ton noch etwas heraus arbeiten und unterstützen kann, oder aber die andere Komponente ein wenig zu mildern...
Und selbst wenn mir mal ein Wein nicht so liegt, ist es unglaublich spannend, das richtige Essen dazu zu erarbeiten. Ich finde, wir haben eine sehr privilegierte Aufgabe ;-)   Während viele Paare sich nach einem anstrengenden und arbeitsreichen Tag nichts mehr zu sagen haben, können wir noch entspannt auf dem Sofa sitzen und darüber philosophieren wo die Reise mit diesem oder jenem Wein hingehen sollte. Unsere Gespräche hören sich dann so an: „Hmmmm“   - „Jaaaa“ – aber nach hinten kommt nichts mehr oder?“ „Doch, ich habe Kirsche und ganz wenig Lakritz“ Hmmmmm“ – Genußvolles schweigen. „Der ist aber lange da, oder“ „Ja, ähnlich wie der von letzter Woche“ „Ja, aber voller“ „… und länger“ . „Doch länger?“ „Ich finde schon“ „Was meinst Du‚ unsere Backen dazu?“ (damit meine ich dann unser Ochsenbackenrezept) „Laß‘ irgendwas lange schmoren.“ …. „Ja, erst rösten, dann schmoren..“ … und so weiter…. und ein paar Notizen weiter ist ein herrliches Menüe entstanden….  
Notizen zum Rotweindinner vom 19. Januar
 Nicht ganz so entspannt geht es zu, wenn uns die Zeit für die Planung fehlt. dann bekomme ich schon mal ein Gläschen Wein in die Küche gereicht „Probier mal schnell, das sollte der 3. sein…“ da bleibt für „tiefsinnige“  Gespräche nicht viel Zeit. Und als Christian vor dem letzten Whisky-Dinner morgens um 10 mit einem torfigen Malt ankam, habe ich ihn kurzerhand aus meiner Küche geworfen! Eine kleine letzte Regel habe ich mir erhalten: Keinen Whisky vor dem Kaffee! 

Etwas schlimmes hat der Job jedoch: den letzten Gang! Das sollte in der Regel ein Dessert sein (vor dem Käse) ! Und ich mag keine Desserts. Ich kann sie auch nicht. Und ich will sie auch nicht. Aber das geht ja nicht. Zu jedem guten Essen gehört auch ein gutes Dessert. Sonst wäre alle Arbeit umsonst. Was hat man von 4 guten Gängen, wenn das Dessert nicht schmeckt. Ein Dessert sollte das i-Tüpfelchen sein. Das beste zum Schluß. Das, wo der Gast trotzdem noch ein Löffelchen nimmt obwohl er Angst hat, der Leib könne bersten. Wo er sich mit Genuß zurücklehnt, die Augen schließt und sagt: Man, war das gut! Ein Dessert bringt ein Essen zum Abschluß. Und Abschlüsse sollten gut sein. Sonst war der Abend nicht gut, das Essen war nicht gut, das Restaurant war nicht gut. Das verdammte Dessert muss richtig gut sein! Damit steht alles auf dem Spiel! So! Und jetzt gebe ich Euch das Rezept von einer gottverdammt-guten Mousse au chocolat, die selbst mir gelungen ist! Von so einer Mousse, die die Gäste glücklich macht. Und das beste an der Mousse ist, ich kann sie je nach Wein, Whisky oder Bier (jepp, auch das geht!) unterschiedlich würzen. Ich verwende dazu die Schokoladen von Dolfin. 

Meine Favoriten sind zum einen die 70%-ige mit gerösteten Kakaobohnen (paßt gut zu schweren dunklen Rotweinen) und zum anderen die 52%-ige mit kandierten Orangenschalen (geht perfekt zu Spirituosen aus Sherryfässern). Aber probiert selbst….:  
6 Personen
3 Eier
250 gr. Sahne
200 gr. gute Zartbitterschokolade
40gr. Zucker

Eier trennen
Eiweiß & Sahne getrennt steif schlagen
Schokolade schmelzen & abkühlen lassen
Eigelb mit 2 EL heißem Wasser schlagen
Zucker einrieseln lassen und die Masse cremig schlagen
Die noch flüssige Schokolade unterrühren,
sofort Sahne & Eischnee unterheben.
Im Kühlschrank fest werden lassen.

Wenn ihr bei dem Genuß von Sinnen seid, dann denkt an mich ...  Eure Kati

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