Freitag, 18. April 2014

Rindsgeschnetzeltes mit Limette, Chilli & Paprika

Bei meiner Reise nach Portugal im April 2014 habe ich meine Liebe zur Zitrone wiederentdeckt. Nicht, dass ich die saure Frucht irgendwann mal nicht mochte, doch gekocht habe ich damit lange nicht mehr. Meinen Limonenbedarf habe ich wahrscheinlich durch die fast tägliche Nutzung des Limonenöls von Ursini gedeckt. Einmal in Portugal kommt man um den frischen, sauren Limonengeschmack kaum noch herum. Kein Wunder, wachsen die goldgelben Früchte neben den saftigen Orangen in fast jedem Garten, in jedem Park und am Straßenrand. Zu Hause musste ich unbedingt ein paar Sachen nachkochen. Als erstes habe ich mir das köstliche Rindergeschnetzelte vorgenommen, welches wir in Setubal, in einer kleinen, ursprünglichen Taverne genossen haben: 
Rind in Limone, genossen in: "490 Taberna STB", Avenida Luisa Todi 490, Setubal, Portugal

Im Unterschied zu der portugiesischen Rezeptur, habe ich zu Hause aus Mangel an wohlschmeckenden Limonen lieber Limetten verwendet. Zum Verständnis: eine Zitrone nennt man auch Limone. Die Limette unterscheidet sich in Form (eher rund als oval), in Farbe (eher grün als gelb) und in der Aromatik (intensiver und mit weitaus mehr Saft) von der Limone. Wie auch immer, das Ergebnis war berauschend und ihr müsst es mal ausprobieren! Als Beilage habe ich zu Hause für das Mahl mit Gatte und Tochter Reisnudeln gewählt. In Portugal wurde dazu einfach ein frischer Salat und Weissbrot serviert, ohne Brot zweifelsohne ein ungemein schmackhaftes, kohlehydratfreies Hauptgericht!
Ihr benötigt:
Rezept für 2-3 Personen:
4 dünn geschnittene Rindsrouladen, 1 Chilli, Knoblauch (je nach Geschmack, ich habe 7 Zehen (inkl. Reisnudelbeilage) genommen), Limettensaft, ca. 200ml, 3 Paprika (ich habe 2 rote, 1 gelbe genommen), 4 Schalotten, 2 Handvoll Champions, Salz, schwarzer Pfeffer, Olivenöl

Für die Beilage alles nach Wunsch, also Reisnudeln (s. unten, Salat oder/ und Weissbrot)
So geht es:
 
Die Rindsrouladen gegen die Faser in Streifen schneiden.
Das Fleisch marinieren mit Olivenöl, 1/2 Chilli, Salz, 2 gepressten Knobizehen, EL Limettensaft, schwarzem Pfeffer
 
Den Backofen auf 70°C vorheizen.
 
Reisnudelbeilage:
1/2 Paket Reisnudeln, 1 rote Zwiebel, 6 kleingeschnittene Champions, 2 Knobizehen kleingeschnitten, 2 Prisen Luisenthaler Tiefensalz in wenig Brühe köcheln lassen. Immer wieder Wasser nachgießen, damit es nicht anbackt.  

Weiter im Rezept:
1 gelbe, 2 rote Paprika kleinschneiden (kann natürlich auch anders herum sein, aber unsere Tochter liebt rote Paprika, aus diesem Grunde kaufe ich immer mehr rote...), 4 Schalotten schälen und der länge nach halbieren, 4 Knobizehen pellen, 4-5 Champions in Scheiben schneiden.

Eine Pfanne aufheizen und 1/3 der Fleischstreifen bei scharfer Hitze in Olivenöl kurz braten. Die gebratenen Streifen in eine Auflaufform geben, mit "Jehova" abdecken und im Ofen warmstellen. Mit dem Rest des Fleisches genauso verfahren. Achtung! Achtet darauf nicht zuviel Fleischmenge in die Pfanne zu geben. Zuviel Fleisch in der Pfanne würde die Temperatur der Pfanne zu sehr senken, das Fleisch würde gekocht und nicht gebraten! Dadurch würde es zäh und das wollen wir nicht! Ebenso wichtig ist es, die Pfanne ordentlich aufzuheizen! Ist sie nicht heiß genug, tritt langsam Fleischsaft aus dem Geschnetzelten und wir wären wieder beim kochen.... Die Pfanne ist heiß genug, wenn ihr ein Stück Fleisch in das Öl hält und dieses ordentlich bruzzelt und Bläschen wirft.

Nach der letzten Fleischladung gebt ihr das kleingeschnittene Gemüse in die Pfanne in der womöglich auch noch Bratensaft ist. Noch ein wenig Olivenöl dazugeben und das Gemüse mit ca. 100 ml Limettensaft ablöschen. 3-4 Lorbeerblätter dazugeben, die Temperatur herunterdrehen und alles ca. 5-8 Minuten einköcheln lassen. Dabei mit Salz, schwarzem Pfeffer schon mal abschmecken. Wenn das Gemüse ein wenig sämig geworden ist, das Fleisch aus dem Ofen holen und mit dem Bratensaft in der Pfanne verrühren. Von der Platte ziehen und ruhen lassen. 

In der Zeit die Reisnudeln noch einmal verrühren, letztmalig abschmecken und auf einem Teller anrichten. Das Geschnetzelte dazugeben und genießen....

  Tipp: Wem das Geschnetzelte zu sauer/ limettig ist, der rühre einfach noch ein wenig Creme Fraiche dazu, das nimmt die Säure und paßt dennoch zum Gericht. Mann und Tochter waren begeistert! Ich werde es mit Sicherheit noch mehrfach kochen! Gerade im Sommer stelle ich es mir als leichtes Gericht zu einem schönen Salat vor!

Dazu paßt ein Wein, mit ein wenig Schmelz, der die Säure des Gerichtes wieder auffängt. Ich habe uns hierzu den Weissburgunder von Steitz geöffnet. Und das harmonierte perfekt...
Übrigens: eine kleine Menge war noch übrig. Die schmeckte am nächsten Tag hervorragend auch kalt als Salat!  


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