Dienstag, 16. Mai 2017

Jahresanfang 2015 - das Leben bis Tante Doris starb

Unser Jahresanfang ist gepägt von unserem Familienzuwachs: Sancho (*14.10.2014) kommt am 27.12.2014 zu uns nach Hause! Das Refugio hat zwischen den Feiertagen zu und es ist eine tolle Zeit, in der wir uns nur um uns und den Hund gekümmert haben!
Salat wie am Fließband: ein 6-Gänge-Dinner jagd das nächste...
Als wir das Refugio wieder öffneten, ging es richtig los! Gutscheine wurden eingelöst und eine Veranstaltung jagd die nächste! Weindinner, Whiskytasting, Biermenü, der Weinleser.... wir kochen und kochen und kochen...
Evis Kindergeburtstag im Kiki-Island-
Wie erfrischend, dass wir am 12. Januar Evis Kindergeburtstag nachgefeiert haben! Mit allen Freundinnen im Kiki Island - das war wohl das letzte Mal in diesem Kinderland ;-) . Ab jetzt werden sie erwachsen! Aber an dem Tag haben wir noch einmal richtig alles gegeben!
 Ebenso abwechslungsreich im Arbeitsstreß war das Peter Maffay-Konzert in der Westfalenhallen welches wir mit der ganzen Familie väterlicherseits besuchten. Der ergreifenste Moment war nicht der, als Maffay "Über 7 Brücken musst du gehen" sang, sondern als er der Opfer des Anschlags auf die Satire-Zeitung Charlie Hebdo gedachte.

Im Mai ist meine Tante verstorben. 
Ich habe keine Worte mehr.
 
Im Juni werde ich 1 Jahr älter. Ich nehme mir vor, in Liebe und Fröhlichkeit auf die Zukunft zu blicken - den Schmerz des Verlustes muss ich überwinden. 

Im Juli fahren wir mit unserer kleinen Familie nach Domburg und wollen einen schönen Urlaub geniessen. Das Städtchen ist wunderbar. Doch die Trauer in der arbeitsfreien-unüberdeckbaren Zeit überwältigt uns und es werden Tage voller Tränen und Streit. Wir lieben uns zu sehr, um über die Trauer sprechen zu können!
Wir besuchen liebe Freunde in Ellenwoudsdiek und erleben 2 schöne Tage in der wir mit viel Liebe und Herzblut aufgenommen werden (Sven und Ata, Eure Muscheln waren fantastisch und ihr seid die besten Gastgeber der Welt -  und dazu liebe ich Eure Kinder einfach so!!! ;-) 1000 Dank!!!).
Bei Unwetter reisen wir ab Richtung Heimat. Doch wir können noch nicht nach Hause. Wir sind nicht "eins".
Antwerpen - wir suchen Trost, Ruhe und Erholung für unsere kleine Familie...
Im tiefsten Regen erreichen wir Antwerpen. Wir halten an. Lesen uns ein, entdecken, fühlen und kommen langsam wieder zueinander! 
Es ist zu kalt und zu nass, der Himmel ist grau und in unseren Herzen ist ein tiefer Schmerz. Wir suchen Hand in Hand eine kleine Rettung. Eine Oase. Wo können wir unseren Schmerz vergessen oder stillen? Mit dem Bus reingefahren in das Herz Antwerpens - haben wir uns erst in die hässliche und unsympahtische Randstadt verirrt. Durch Nachfragen sind wir auf den richtigen Weg gekommen und stehen alsbald staunend auf dem Rathausplatz mit seinen europäischen Fahnen. 

Wir entdecken ein Touristen-Office und beladen uns mit Material rund um den Sohn der Stadt: Rubens! Auf den Spuren dieses Meisters vergessen wir für ein paar Momente unsere Trauer, lachen ob der witzigen Empfehlungen unseres Reiseführers und lassen uns Schokolade in die Nase schießen!

Mittels dem "Chocolate-Shooter" schießt ihr Euch fein abgestimmte Schoko-Gewürzmischungen in die Nase....

Antwerpen hilft, unser aufgerissenes Herz ein wenig abzuheilen. 
Wir haben schöne Tage. Berichten kann ich wenig davon. Viel zu anstrengend ist es, den 
Schmerz der Trauer zurück zu halten.
Wir kommen wieder Antwerpen!  

Ich habe nach Antwerpen aufgehört zu schreiben. Normalerweise sprudeln die Worte aus mir heraus. In den letzten Wochen habe ich gemerkt, wie schwer es mir fällt meinen Alltag zu beschreiben. Ich finde keine Worte mehr....
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17. Mai 2017
Heute vor zwei Jahren hat das Herz meiner Tante aufgehört zu schlagen. 
Noch immer schaffe ich es nicht gut, darüber zu reden. Ich habe ein paar Zeilen darüber verfasst und möchte diesen Post - zwei Jahre später - nun online stellen. Denn auch das gehört zu meinem Leben....
 
heute vor zwei Jahren...
ich kann es bis heute nicht aufschreiben oder sagen.
mir, der Wortliebhaberin,  fehlen alle worte
das zu beschreiben, was ich verloren habe

und es vergeht kein tag, ohne dass ich an dich denke.
bis heute kann ich nicht über dich reden, ohne dass mein Hals zuschwillt.
im kampf mit den tränen überdecke ich mit alltagsgeschwaffel den schmerz.
ist gut so, dann geht es, denn geweint wird höchstens mal unter der dusche.

Du warst bist ein Geschenk!
ich spüre noch heute deine immervielzukalten hände in meinem nacken,
und wenn ich mich dann umdrehe, sehe ich in dein lachendes gesicht.
ich rieche deine rosen, sehe dich in deinem garten
und mich kitzeln deine krausen haare im gesicht.
 
gestorben wird immer, wird mir gesagt.
ich halte mir die ohren zu. 
und ich halte Dich fest. in meiner erinnerung.

"Und ich liebe Dich, bis zum Mond, bis zu Onkel Norbert, dem lieben Gott und zurück!"

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