Sonntag, 12. Januar 2020

Normandie und Bretagne mit dem Wohni - 07/ 19 Teil 1 - Die erste Woche


Wir konnten nicht anders...
zum dritten Mal in Folge zog es uns im Sommer nach Frankreich! Soviel unerkundete Orte - aneinandergereiht wie an einer Perlenkettenschnur, so ein schönes Wetter - warm, mit einer ordentlichen Brise die einem entgegenweht, so tolle Märkte und so gutes Essen - es gibt noch so viel zu entdecken, auf geht es... 

Am Samstag, dem 20.7.19 ging es gegen 10 Uhr von Unna los! Gut gelaunt, sind wir nach 6 Stunden in unserem ersten Zielstädtchen angekommen! Montville, ein kleines, verträumtes Dörfchen mit einem wunderbar, zentral gelegenem Stellplatz - angelegt an einem kleinen See und der dörflichen Boulebahn, die uns sogleich in die richtige Atmosphäre einstimmt. 

 
Die Sonne scheint, der Hund ist aufgeregt und fröhlich und wir packen unseren Rucksack um unsere ersten Einkäufe in Frankreich zu erledigen. Ich freue mich darauf jedes Mal wie ein kleines Kind! Wir kommen mit einem Rucksack voller reifer Tomaten, wilder Kräuter, kräftigem Käse, frischem Baguette, Oliven und gesalzener Butter am Wohni an und starten unseren Urlaub in der Abendsonne mit einem Steinpilzrisotto - verfeinert mit einem kräftigen Schluck Muscadet -  sowie einem herrlichen Salat aus alten Tomatensorten und frischen Kräutern.


 Nach einem ausgedehnten Spaziergang rund um den schön angelegten See freuen wir uns auf den nächsten Tag in der wenige Kilometer entfernten geschichtsträchtigen Stadt "der 100 Kirchtürme" Rouen - der Stadt, in der Jeanne d'Arc am 13. Mai 1431 ihr trauriges Ende auf dem Scheiterhaufen fand....


Sonntag, 21.7.19 Von Montville aus fährt in nur 11 Minuten ein Zug nach Rouen. Vom Stellplatz ist der Bahnhof zu Fuß in 10 Minuten zu erreichen. Da wir jedoch am selben Tag noch weiterfahren möchten, beschließen wir mit dem Wohnmobil in die Stadt zu fahren und steuern einen der zwei stadtnahen Stellplätze an. Ein schrecklicher Ort und als Stellplatz wirklich nicht geeignet! Scherben, Müll und Unrat - dazu verkommene Campingbusse mit lausig aussehenden Bewohnern, ich habe schon Angst, das Wohni mit all' unseren Habseligkeiten hier stehen zu lassen, aber wir riskieren es und machen uns zu Fuß in die sehenswerte Stadt die uns mit der imposanten Kathedrale und den altertümlichen Gebäuden in ihren Bann zieht...


Die wunderschöne Kathedrale, diese enge Gassen mit den verwunschenen Fachwerkhäusern, versetzen uns in eine andere Welt und wir lassen uns begeistert treiben. Nachdem wir auf dem Platz der Kathedrale eine echte Andouillette - eine regionale Wurstspezialität - geniessen, 
  

fühlen wir uns gestärkt für eine Fahrt mit dem touristischen "Petite Train" und lassen uns mit deutschen Kopfhörer-Infos durch die engen Gassen schaukeln. Rouen - eine wunderschöne Stadt - aber auch ein Touristenmagnet. Es wird langsam immer voller, wir haben genug und beschließen weiter zu ziehen...

   Für diejenigen, die Rouen an einem Tag erleben wollen, ist so eine Fahrt mit dem Petite Train sinnvoll! Wer näher in die bewegende Stadtgeschichte eintauchen möchte, bekommt am Office du Tourisme, direkt gegenüber der Kathedrale ausführliche Infos über Führungen und Museen. 

In wenigen Minuten sind wir an unserem stadtnahen Stellplatz und das Wohni ist Gott sei Dank unversehrt! Es ist 16 Uhr, wir fahren los und suchen nach dem Trubel die Ruhe.


Keine zwei Stunden später kommen wir an in Saint-Céneri-le-Gérei - einem der 100 schönsten Dörfer Frankreichs. So klein, dass man schneller durchgefahren ist, als man glaubt und wir müssen 2 mal drehen, um die winzige Straße zum anvisierten Stellplatz zu finden. 


Doch unsere Hartnäckigkeit wird belohnt! Wir stehen am plätscherndem Fluß, zum Fuß des kleinen, verwunschenen Örtchens. Es ist so schön hier, dass ich ein winziges Teilchen meines Herzens hier lasse, damit ich ganz sicher bin, noch mal her zu finden!

Welch' ein schöner, ruhiger Fleck! Wann immer es mir im Rest der Welt zu hektisch wird, wird es mich hierher ziehen!


Ein Tipp an alle Wohnmobilisten: Hier gibt es bis auf ein Restaurant und eine Bar nichts was man kaufen kann. Keinen Supermarkt, keinen Bäcker, keine Tankstelle.... Dafür unglaubliche Stille, beeindruckendes Licht, kleine Häuschen und viel Ruhe.... Wer ein Ort Magie sucht, ist hier gut aufgehoben, wer Infrastruktur braucht, ziehe an diesem Fleck Erde vorbei.... ;-)


Wir stellen das Wohni ab und machen uns auf zu einem Spaziergang durch das malerische Dörfchen...



Beseelt beenden wir langsam den Tag und chillen am Wohnmobil, genießen ein hervorragendes Safranrisotto und genießen die Ruhe in der Natur am seichten Flußufer....


Am Montag, den 22.7. geht es weiter Richtung Bretagne.In La Turballe angekommen, steuern wir den Campingplatz Les Chardons Bleus direkt am Meer an. Wir haben Glück und erwischen einen schönen Platz ca. 40 m vom tollen Sandstrand entfernt. Das erste Mal auf unserer Tour packen wir alle Sachen aus und beziehen ein Quartier für ganze 3 Tage!


Nach einem schönen Abendessen, geht es auf zu einem langen Strandspaziergang wonach wir den Abend unter dem Sternenhimmel gemütlich ausklingen lassen...



TIPP: In La Turballe gibt es zwei große Campingplätze: Den 4-Sterne-Platz  Camping La Falaise, direkt in der Stadt und am Strand - bestimmt für den Aufenthalt mit Kindern ausgezeichnet -  und der von uns ruhigere gewählte Les Chardons Bleus, mit 3 Sternen ausgezeichnet. Dieser hat hervorragende Sanihäuser, ein Schwimmbad und mit dem Fahrrad ist man in 10-15 Minuten in der Stadt, am Hafen, auf dem Marktplatz und am großen Einkaufstempel (auch vorhanden: ein großer Baumarkt - für Camper oft wichtig ;-). Wir lieben die Abwechslung frei und unabhängig zu stehen und dann mal wieder in den großen Einkaufshäusern die Vorräte wieder aufzufüllen (es fehlt immer etwas... Spülmittel, Zahnpasta, Olivenöl....) und auf einem komfortablem, ruhigen Campingplatz die Ver- und Entsorgung auf Vordermann zu bringen und ein bisschen Wellness einlegen....) 
 

Dienstag, 23.7., Mit dem Auto fahren wir vom Camping-Platz aus zu Terre de Sel. (Mit dem Fahrrad ist das unserer Meinung zu lang und der Weg oft zu gefährlich, leider ist nicht überall ein Radweg und die Straßen sind manchmal eng und unübersichtlich). Dies ist die offizielle Vereinigung der Paludiers - der Salzbauern in der Bretagne. Neben umfangreichen Informationen und natürlich einem Shop rund um die Salzprodukte werden hier auch Führungen durch die Salzfelder angeboten. 


 Uns war es dafür ehrlich gesagt zu heiß. Am Rande des großzügigen Parkplatzes grenzen einige Salzfelder und man dort schon gut einen ersten Eindruck sammeln....


Wir schiessen ein paar Fotos und besuchen anschließend die interessante Ausstellung.
 
In einem kleinen Raum wird dort ein informativer Film auf französisch mit englischen Untertiteln gezeigt. Den fanden wir klasse und ausreichend! In der Ausstellung selbst imponieren die Original-Arbeitsgeräte der Paludiers. Einen Besuch können wir empfehlen!


Auf der Rückfahrt über die Stadt Guerande finden wir direkt am großzügigen Außenring einen Parkplatz für das Wohni. Auch größere Mobile kommen dort gut unter wenn die Stadt nicht all zu voll ist.
 

La Guerande hat uns wirklich überrascht! Zauberhaft - mit vielen kleinen, individuellen Geschäften, romantische Straßen und wunderschöne kleine Häuschen. 


Im nachhinein kann ich sagen, es war in diesem Sommer das schönste Städtchen auf unserer Reise. Wenn ihr in der Gegend seid, besucht Guerande auf jeden Fall!

Wir beschließen am Fuße der Kirche einzukehren und das Städtchen noch ein wenig auf uns wirken zu lassen! 



Dazu genehmigen wir uns eine Tasse wunderbaren Cidre und Muscheln...


Was für ein wunderschöner Tag! Am Wohni sitzen wir noch in der warmen Abendsonne, lauschen dem Meeresrauschen und schweigen zu feuriger, eisgekühlter Salsa aus den besten Tomaten der Welt und gegrillten Peperoni...



 Mittwoch, 24.7. La Turballe. Mit dem Fahrrad fahren wir die angenehmen 2-3 km vom Campingplatz in die Stadt (Fahrradweg vorhanden). Sancho begreift endlich - nach 5 Jahren - das Fahrrdfahren toll sein kann und läßt sich mit der Nase hoch in der Luft den Wind ums Köpfchen wehen! Gott sei Dank! Wäre er nicht in den Korb gegangen, hätten wir den Ausflug mit ihm vergessen können. Es ist schlicht zu heiß um ihn so eine Strecke laufen zu lassen! 


Auf dem Markt (es gibt auch eine Markthalle) besorgen wir uns Fisch für das Abendessen und einen Hut für den Göttergatten, nachmittags schwimmen wir im Meer und abends lassen den Tag mit frisch gegrilltem Fisch und einer kühlen Flasche Wein harmonisch ausklingen. Urlaub kann nicht schöner sein! 

Donnerstag, 25.7. Nach 3 entspannten Tagen geht es weiter und wir fahren an der wunderschönen Küste entlang zu dem kleinen Hafenörtchen Piriac. Nach einem Spaziergang durch das friedliche Dorf, erwerben wir uns herzhafte Sandwiches und ein kühles Bier in der Brasserie am Ortsausgang und picknicken am Point of Castello


 Als nächstes Ziel haben wir Locqmariequer anvisiert. Als wir an den Küstenort kommen schauen wir uns kurz um, und beschließen weiter zu fahren. Später am Abend wissen wir beide nicht, warum wir hier nicht gehalten haben. Der Ort hat uns einfach nicht gefangen genommen, vielleicht lag es nur dran, weil Ebbe war....

Auf der Weiterfahrt kommen wir an dem Hinweisschild nach Auray vorbei. Es sind keine 20 km Umweg und soll ein malerisches Städtchen sein. Es liegt zu beiden Uferseiten des Flusses Loc'h t. Wir beschließen kurzerhand, dass wir es sehen müssen und wir steuern den kostenlosen Parkplatz an der oberhalb der Stadt liegt und auf dem man auch übernachten darf. 


Mit Hund und Rucksack geht es ca. 10 Minunten bergab Richtung Hafen und dem legendärem Quai Fränklin, dessen Name an den amerikanischen Staatsmann Benjamin Fränklin erinnert, welcher auf einer Reise nach Paris hier Zwischenstation machte. 



Etliche Lokale und Restaurants laden zum verweilen ein, auch die mittelalterliche Oberstadt soll einen Besuch wert sein, uns jedoch ruft das Meer und nach einem kurzweiligen Spaziergang durch das altertümliche Hafenviertel mit Häusern aus dem 15. Jahrhundert zieht es uns weiter Richtung Küste mit Quiberon als Ziel. 



Vor Quiberon liegt Plouharnel . Durch eine Camper-App entdecken wir den Campingplatz Les Sables Blancs. Ein Traum!!! Wir bleiben! Wir stehen auf dem weitläufigen Platz, das Meer im Blick, genießen die Abendsonne und schlafen mit Meeresrauschen glücklich ein.


Freitag, 26.7. In der Nacht hat es geregnet und das Wetter ist super angenehm. Während wir uns bei 22 Grad die Menhire anschauen, schwitzt unser hervorragendes Team in Unna bei 38° Grad. (An dieser Stelle noch einmal Danke!!! Ohne Euch hätten wir niemals in den Urlaub fahren können!!!)


Nachdem wir in dem Infozentrum der Menhire waren und einige Steinfelder abgefahren sind (so spannend ist es nicht....), nehmen wir Kurs auf Trinité sur Mer. Ein kleiner entzückender Ort mit einem großartigen Segelboothafen! Wir haben direkt am Hafen in einem kleinen Café eines der besten Essen unseres Urlaubes, fahren mit Tüten voller Krebsen, Gambas, Tomaten und Salat zum Campingplatz, verlängern eine Nacht und freuen uns des Lebens bei einem  lauen Abend am Wohni....


In den nächsten Tagen werden wir Quiberon entdecken, das meist fotografierte Objekt nach dem Eiffelturm besteigen und noch einiges erleben....
Dazu mehr in einem zweitem Post zu diesem Urlaub.


In wenigen Tagen geht es weiter....

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